#1

Staatsverschuldung in Ghana

in GHANA HEUTE NEWS & sonstige Neuigkeiten aus Ghana 13.04.2015 12:35
von Ghanafriend • Admin | 3.721 Beiträge

Hier mal ein aktueller Bericht zur Verschuldung Ghanas

INTERNATIONAL/078: Ghana - "Halsbrecherische" Verschuldung, Kreditaufnahme in der Kritik (IPS)


IPS-Inter Press Service Deutschland GmbH
IPS-Tagesdienst vom 12. März 2015

Ghana: 'Halsbrecherische' Verschuldung - Kreditaufnahme in der Kritik

von Lisa Vives


New York, 12. März (IPS) - Im April wird der Vor­stand des In­ter­na­tio­na­len Wäh­rungs­fonds (IWF) über einen Kre­dit von fast einer Mil­li­ar­de US-Dol­lar für Ghana ent­schei­den. Bei Kri­ti­kern lässt der ste­tig wach­sen­de Schul­den­berg des po­li­tisch sta­bi­len Lan­des sämt­li­che Alarm­glo­cken schril­len. Sie fürch­ten, dass sich der west­afri­ka­ni­sche Staat in eine Schul­den­fal­le ma­nö­vriert, aus der er nur schwer­lich wie­der her­aus­kommt.

Gha­nas Staats­prä­si­dent John Ma­ha­ma hatte den Dar­le­hens­ver­trag mit dem IWF im letz­ten Monat un­ter­zeich­net. Als Ge­gen­leis­tung wird sich die Re­gie­rung zu ei­ni­gen, ins­be­son­de­re für die Bür­ger schmerz­haf­ten Maß­nah­men ge­zwun­gen sehen. Diese be-


inhal­ten die Er­hö­hung der Ben­zin­prei­se, einen Ein­stel­lungs­stopp be­zie­hungs­wei­se Ent­las­sun­gen im öf­fent­li­chen Dienst und die Ab­schaf­fung der Strom­sub­ven­tio­nen.

Wird der Plan er­war­tungs­ge­mäß ge­bil­ligt, sol­len die ers­ten 100 Mil­lio­nen Dol­lar wenig spä­ter aus­ge­zahlt wer­den. Be­rich­ten zu­fol­ge ist der Kre­dit er­for­der­lich, um Pro­gram­me zu fi­nan­zie­ren, durch die sich das Ver­trau­en der In­ves­to­ren in die von häu­fi­gen Strom­aus­fäl­len ge­plag­te und schwä­cheln­de gha­nai­sche Wirt­schaft wie­der­ge­win­nen las­sen.

Die IWF-Ver­hand­lun­gen haben wei­te­re Kre­dit­vor­ha­ben nach sich ge­zo­gen.
So ver­han­delt Gha­nas staat­li­cher Erd­öl­kon­zern GNPC der­zeit mit pri­va­ten kom­mer­zi­el­len Kre­dit­ge­bern in­klu­si­ve dem in­ter­na­tio­nal tä­ti­gen, nie­der­län­di­schen Roh­stoff­han­dels­un­ter­neh­men 'Tra­fi­gu­ra' um Dar­le­hen in Höhe von 700 Mil­lio­nen Dol­lar. Der Be­trag ist der höchs­te, den GNPC seit Be­ginn der Öl­pro­duk­ti­on im Jahr 2010 auf­ge­nom­men hat.

Von der Aus­beu­tung des fos­si­len En­er­gie­trä­gers er­hofft sich das Land Wohl­stand für alle. Pro­blem ist nur, dass die in­ter­na­tio­na­len Erd­öl­prei­se ge­gen­wär­tig im Kel­ler sind. Auch fehlt es an Ka­pa­zi­tä­ten, die be­reits ge­för­der­ten Öl­men­gen zu la­gern.


Schul­den ver­harm­lost

Wie Gha­nas Vi­ze­prä­si­dent Kwesi Amis­sah-Ar­thur un­längst er­klär­te, sind "940 Mil­lio­nen US-Dol­lar, über einen Zeit­raum von drei Jah­ren ge­se­hen, nicht viel Geld". Schließ­lich han­de­le es sich le­dig­lich um 300 Mil­lio­nen Dol­lar pro Jahr, er­klär­te er un­längst auf einem re­gio­na­len Mi­nis­ter­tref­fen in Cape-Co­ast, einer gha­nai­schen Stadt am Golf von Gui­nea. "Al­lein die Kos­ten für die an­ste­hen­den In­fra­struk­tur­maß­nah­men sind höher als die Mit­tel, die wir vom IWF er­hal­ten."

Doch der wach­sen­de Schul­den­berg gibt vie­len An­lass zu Sorge. So warn­te der Min­der­hei­ten­ver­tre­ter Osei Kyei Men­sah-Bon­su


An­fang Ja­nu­ar vor den Fol­gen der zu­neh­men­den fi­nan­zi­el­len Bürde. So sei der Schul­den­berg seit 2008 von 2,6 Mil­li­ar­den auf in­zwi­schen 19,7 Mil­li­ar­den Dol­lar an­ge­wach­sen. "An­fang 2014 lag Gha­nas Pro-Kopf-Ver­schul­dung noch bei 582 Dol­lar. Ein Jahr spä­ter hat sie um 40 Pro­zent zu­ge­legt", warn­te er.

Das größ­te Pro­blem Gha­nas lasse sich in den vier Buch­sta­ben DEBT (Schul­den) dar­stel­len", sagte Ste­phen Nyar­ko vom On­line-Nach­rich­ten­dienst 'Gha­na­web' und er­in­ner­te daran, dass es nicht sehr lange her ist, dass IWF und Welt­bank Ghana eine viel­ver­spre­chen­de Wirt­schafts­ent­wick­lung vor­aus­ge­sagt hat­ten.

In der ge­sam­ten in­ter­na­tio­na­len Fi­nanz­pres­se sei vom Auf­stieg Gha­nas die Rede ge­we­sen, so Nyar­ko. Doch statt­des­sen sei der Wert der einst star­ken neuen Lan­des­wäh­rung Cedi ra­sant ge­sun­ken, was wie­der­um die In­fla­ti­on be­feu­ert habe. Für die­je­ni­gen Gha­na­er, die in den Cedi in­ves­tiert hät­ten, sei der Wäh­rungs­ver­fall mit dem Ver­lust ihres Wohl­stands und ihrer Er­spar­nis­se ein­her­ge­gan­gen.

"Wenn wir diese nicht nach­hal­ti­ge Schul­den­last los­wer­den wol­len, müs­sen wir drin­gend über die hals­bre­che­ri­sche Ge­schwin­dig­keit dis­ku­tie­ren, in der sich Ghana Geld leiht und die Kre­di­te mit un­se­ren na­tür­li­chen Roh­stof­fen Öl, Gold und Kakao ab­si­chert", so Nyar­ko. "Die her­kömm­li­che Ver­fah­rens­wei­se, sich mit ge­lie­he­nem Geld aus Armut und In­ef­fi­zi­enz zu be­frei­en, funk­tio­niert nicht." (Ende/IPS/kb/2015)

Walter


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zuletzt bearbeitet 13.04.2015 12:37 | nach oben springen

#2

RE: Staatsverschuldung in Ghana

in GHANA HEUTE NEWS & sonstige Neuigkeiten aus Ghana 13.04.2015 18:51
von Jette | 252 Beiträge

Interessanter Artikel, gerade auch bei der jetzigen Griechenland-Thematik, wo noch Hilfskredite in Höhe von 7,2 Mrd ? (also das 7fache) diskutiert werden, die auch nur gezahlt werden bei entsprechenden Reformen.
Wo gibt es denn in Ghana Stromsubventionen? Gibt doch eher täglich Stromausfälle.

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#3

RE: Staatsverschuldung in Ghana

in GHANA HEUTE NEWS & sonstige Neuigkeiten aus Ghana 13.04.2015 19:59
von DerRob | 784 Beiträge

bis 2012 war es in ghana echt gut aber nach den wahlen wurde es rapide schlechter. Komischerweise fingen danach die stromausfälle erst richtig an. Wenn man überlegt wie die wirtschaft 2008 gewesen ist das war echt traumhaft. Glücklicherweise ist mein Geschäft trotzdem noch stabil.

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#4

RE: Staatsverschuldung in Ghana

in GHANA HEUTE NEWS & sonstige Neuigkeiten aus Ghana 14.04.2015 11:35
von Roger1 | 2.387 Beiträge

"Wenn wir diese nicht nach­hal­ti­ge Schul­den­last los­wer­den wol­len, müs­sen wir drin­gend über die hals­bre­che­ri­sche Ge­schwin­dig­keit dis­ku­tie­ren, in der sich Ghana Geld leiht und die Kre­di­te mit un­se­ren na­tür­li­chen Roh­stof­fen Öl, Gold und Kakao ab­si­chert", so Nyar­ko.

Hat Ghana denn eigenes Gold und Öl? Ich dachte das ist schon alles in Maos Händen....

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